CleanMed Berlin 2026: Nachhaltigkeit braucht Resilienz, Zusammenarbeit und konkrete Schritte

Zwei Tage, über 240 Teilnehmende, viele Perspektiven und eine zentrale Erkenntnis: Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist weit mehr als die Reduktion von CO2-Emissionen. Bei der CleanMed Berlin 2026 am 28. und 29. September ging es um Klimaschutz, Klimaanpassung, Resilienz, Pflege, Gebäude, Ernährung, Kreislaufwirtschaft und die Frage, wie nachhaltige Transformation in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft praktisch gelingen kann.

Tag 1: Nachhaltigkeit aus verschiedenen Perspektiven

Zum Auftakt richtete die Keynote „Klimaresilienz beginnt im Kopf“ den Blick auf eine häufig unterschätzte Dimension der Klimakrise. Ökologische Krisen sind komplex miteinander verknüpft und wirken sich nicht nur auf unsere Umwelt, sondern auch auf die menschliche Gesundheit und unser persönliches Erleben aus.

Die Klimakrise kann unterschiedliche Gefühle auslösen. Von Angst und Sorge über Traurigkeit, Schuld und Scham bis hin zu Wut, aber auch Verbundenheit. Umso wichtiger ist die Frage, wie Menschen trotz der Größe und Komplexität dieser Herausforderungen handlungsfähig bleiben können. Ein Ansatz liegt darin, konkrete und machbare Handlungsmöglichkeiten zu schaffen und gemeinsam mit anderen ins Handeln zu kommen.

Einen anderen Blickwinkel eröffnete anschließend der Impuls zur politischen Dimension der Nachhaltigkeit. Hier standen die strukturellen Voraussetzungen nachhaltiger Transformation im Mittelpunkt. Denn Einrichtungen können Veränderungen anstoßen, bewegen sich dabei aber immer innerhalb politischer, finanzieller und regulatorischer Rahmenbedingungen. Auch die Verpflegung wurde als Bereich mit erheblichem Einfluss thematisiert. Die Frage, welche Regelungen nachhaltiges Handeln fördern und welche es erschweren, bleibt dabei zentral.

Am Nachmittag zeigte sich die thematische Breite der CleanMed in den parallelen Sitzungsreihen. Grünes Bauen und Sanieren, Pflege sowie Nachhaltigkeitsberichterstattung standen dabei gleichberechtigt nebeneinander. Ergänzt wurde der erste Tag durch einen gemeinsamen Blick auf Best Practice, Herausforderungen und Erkenntnisse aus der Wohlfahrtspflege. Die zentrale Botschaft des Tages lautete: „Jetzt müssen wir aus den Leuchttürmen eine Lichterkette machen.“

Tag 2: Klimaschutz, Resilienz und neue Lösungsansätze

Auch der zweite Tag betrachtete Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Die ersten parallele Workshops widmeten sich Arzneimitteln und Medizinprodukten, Treibhausgasbilanzierung und Dekarbonisierung sowie der Resilienz kritischer Infrastruktur. Später standen Ernährung, Klimaschutznetzwerke und europäische Ansätze sowie Kreislaufwirtschaft und Hygienethemen im Fokus.

Damit spannte das Programm einen weiten Bogen. Von der Vermeidung von Emissionen und der Dekarbonisierung bis zu der Frage, wie Einrichtungen mit den bereits heute spürbaren und zukünftig zu erwartenden Folgen des Klimawandels umgehen können.

Ein Gedanke, der besonders hängen geblieben ist: Klimaanpassung muss ganzheitlich gedacht werden. Beteiligung wurde dabei als wichtiger Erfolgsfaktor beschrieben. Risiken und mögliche Lösungen sollten nicht ausschließlich am Schreibtisch betrachtet werden. Vielmehr geht es darum, Menschen vor Ort einzubeziehen, vorhandenes Wissen zu nutzen und sich konkret auf mögliche Extramereignisse vorzubereiten. Auch die Vernetzung sozialer Einrichtungen und weiterer regionaler Akteure kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Mit dem Blick über den Tellerrand wurde deutlich, dass auch in anderen Ländern viele Initiativen existieren, die eine nachhaltige Transformation der Geschäftsprozesse forcieren und vor allem die Menschen mitnehmen.

Was nehmen wir mit?

Die zwei Tage CleanMed haben vor allem eines gezeigt: Nachhaltigkeit in der Gesundheitsversorgung lässt sich nicht auf eine einzelne Maßnahme oder einen einzelnen Bereich reduzieren.

Gebäude, Pflege, Arzneimittel, Ernährung, Klimabilanzierung, Kreislaufwirtschaft und Resilienz stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen. Gleichzeit hängen viele dieser Themen miteinander zusammen.

Nachhaltige Transformation braucht deshalb klare Ziele und geeignete Rahmenbedingungen, aber ebenso Austausch, Vernetzung und Menschen, die Veränderungen innerhalb ihrer Einrichtungen voranbringen.

Die CleanMed hat hierfür unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und Raum geschaffen, voneinander zu lernen. Denn auf dem Weg zum nachhaltigen Krankenhaus gibt es nicht die eine Lösung. Es sind viele Schritte, die gemeinsam dazu beitragen, Gesundheitsversorgung klimafreundlicher, resilienter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Für Fragen zur Umsetzung in der Software-Lösung steht unser Team des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeit und Klimaschutz gern zur Verfügung.

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