Die Anforderungen an Krankenhäuser im Bereich Nachhaltigkeit sind komplex. Ob CO₂-Bilanzierung, doppelte Wesentlichkeitsanalyse, Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) oder die freiwillige Berichterstattung nach dem Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs (VSME). Viele Einrichtungen beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie sie Nachhaltigkeit strukturiert erfassen, steuern und dokumentieren können.
Neben der fachlichen Umsetzung stellt sich häufig auch eine wirtschaftliche Frage: Gibt es Fördermöglichkeiten für diese Vorhaben?
Einen guten Überblick über aktuelle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten bietet die vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) veröffentlichte Übersicht „Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten zum Klimaschutz im Krankenhaus“. Sie zeigt, wie vielfältig die Förderlandschaft ist und welche Programme auf Bundes- und Landesebene für Krankenhäuser infrage kommen.
Dabei wird schnell deutlich: Eine pauschale Aussage zur Förderfähigkeit einzelner Maßnahmen ist nicht möglich. Ob eine Softwarelösung, eine Beratungsleistung oder ein umfassendes Nachhaltigkeitsprojekt gefördert werden kann, hängt immer vom jeweiligen Förderprogramm, dem Projektziel und den konkreten Förderbedingungen ab.
Investive und strategische Maßnahmen
Viele Förderprogramme unterscheiden zwischen strategischen und investiven Maßnahmen. Diese Systematik findet sich beispielsweise auch in der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) wieder.
Strategische Maßnahmen schaffen die organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz. Dazu zählen u.a. Klimaschutzkonzepte, Klimaschutzmanagement, Beratungsleistungen oder Workshops. Im Bereich der Nachhaltigkeitstransparenz können hierzu auch Workshops zur CO₂-Bilanzierung gehören. Sie unterstützen Krankenhäuser dabei, relevante Daten zu identifizieren, den aktuellen Stand zu bewerten und eine fundierte Grundlage für die Entwicklung und Priorisierung von Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu schaffen.
Investive Maßnahmen hingegen fördern die Umsetzung konkreter Investitionen, beispielsweise in technische oder digitale Lösungen. Je nach Förderprogramm können hierzu auch Softwarelösungen für die CO₂-Bilanzierung, das Nachhaltigkeitsmanagement oder das ESG-Reporting zählen.
Ob strategische oder investive Maßnahmen förderfähig sind, richtet sich stets nach dem jeweiligen Förderprogramm und den entsprechenden Förderbedingungen.
Förderfähigkeit von Software und Beratungsleistungen
In der Praxis stellt sich häufig die Frage, welche Bestandteile eines Nachhaltigkeitsprojekts förderfähig sind, Softwarelösungen, Beratungsleistungen oder Workshops.
Die Antwort ist bewusst differenziert: Es gibt keine allgemeingültige Regel. Während einige Programme gezielt Investitionen in digitale Lösungen unterstützen, fördern andere ausdrücklich Beratungs- und Unterstützungsleistungen im Bereich Klimaschutz oder Nachhaltigkeitsmanagement. Ebenso gibt es Programme, in denen beide Bestandteile gemeinsam förderfähig sind.
Entscheidend ist daher nicht, ob es sich um eine Software oder eine Dienstleistung handelt, sondern ob die geplante Maßnahme den Zielen und Voraussetzungen des jeweiligen Förderprogramms entspricht.
Fördermöglichkeiten frühzeitig prüfen
Wer ein Nachhaltigkeitsprojekt plant, sollte sich daher bereits in der Konzeptionsphase mit möglichen Förderprogrammen beschäftigen. Besonders wichtig ist dabei, die Förderfähigkeit vor Projektbeginn mit der zuständigen Förderstelle oder dem Projektträger abzuklären. Viele Programme setzen voraus, dass ein Vorhaben erst nach Bewilligung oder nach Einreichung des Förderantrags begonnen wird.
Die DKI-Übersicht bietet hierfür einen guten Einstieg und erleichtert die Orientierung in der vielfältigen Förderlandschaft. Sie hilft Krankenhäusern dabei, geeignete Programme zu identifizieren und Projekte von Beginn an förderkonform zu planen.
Nachhaltigkeitstransparenz ist heute weit mehr als eine regulatorische Anforderung – sie bildet die Grundlage für ein zukunftsfähiges Nachhaltigkeitsmanagement. Wer Fördermöglichkeiten frühzeitig berücksichtigt und Projekte entsprechend plant, kann die Umsetzung wirtschaftlicher gestalten und den Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Krankenhaus gezielt unterstützen.
Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass dieser Blogbeitrag keine Rechtsberatung hinsichtlich der Inanspruchnahme von Förderprogrammen bzw. -mitteln darstellt oder diese Beratung ersetzt.
Für Fragen zur Umsetzung in der Software-Lösung steht unser Team des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeit und Klimaschutz gern zur Verfügung.
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