Kaum ein Thema hat in den vergangenen Jahren eine solche Achterbahnfahrt erlebt wie die Nachhaltigkeit. Was lange als moralischer Imperativ galt, wurde zwischenzeitlich zum strategischen Muss erklärt, nur um kurz darauf wieder politisch relativiert zu werden. Für die einen war das alles von Anfang an überflüssige Symbolpolitik. Für die anderen ist Nachhaltigkeit gerade im Krankenhaus unverzichtbar, weil weil Ressourcen knapp sind und verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Wir haben die Krankenhäuser gefragt, lesen Sie hier im Blog was sie beschäftigt.
Zwischen Hype, Zweifel und strategischer Realität
Viele Einrichtungen wissen heute, dass sie handeln müssen. Doch der Weg dorthin ist häufig noch nicht klar definiert. Genau hier setzen zwei Erhebungen der DKTIG aus den Jahren 2024 und 2025 an. Beide Befragungen beleuchten unterschiedliche Aspekte und erlauben damit einen vertieften Blick auf den tatsächlichen Umsetzungsstand in der Praxis.
An unserer Umfrage im Jahr 2024 beteiligten sich 367 Personen aus Krankenhäusern und deren Trägerorganisationen. Das Ergebnis war eindeutig. Die Mehrheit der Häuser hatte sich bereits mit den erwarteten Nachhaltigkeitsanforderungen beschäftigt, fühlte sich jedoch nicht ausreichend vorbereitet. Nachhaltigkeit wurde als relevant anerkannt, war aber in den meisten Fällen noch nicht strukturell in der Unternehmenssteuerung verankert.
Was passiert wirklich in den Häusern – Unsere Umfrage
Vor diesem Hintergrund stellt sich eine nüchterne Frage. Wie weit sind die Krankenhäuser tatsächlich. Ist Nachhaltigkeit strategisch verankert oder bleibt sie ein Thema für Leitbilder und Projektgruppen.
Um das zu klären, hat die DKTIG im Dezember 2025 eine Befragung unter knapp 70 Krankenhäusern durchgeführt. Das Bild ist differenziert. Das Interesse ist hoch. Viele Einrichtungen haben sich mit Anforderungen beschäftigt, erste Analysen angestoßen und Verantwortlichkeiten definiert. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung in vielen Häusern noch im Aufbau. Der strategische Anspruch ist formuliert, die operative Durchdringung entwickelt sich Schritt für Schritt.
Orientierung an Europa auch ohne Pflicht
Bemerkenswert ist die starke Orientierung an den europäischen Berichtsstandards. Selbst Häuser, die formal nicht berichtspflichtig sind, nutzen die CSRD als Referenzrahmen. Sie wirkt weniger als regulatorischer Druck, sondern als Strukturgeber für interne Prozesse.
Im Vordergrund stehen Themen, die sich klar messen lassen. Die CO₂ Bilanz ist dafür ein Beispiel. Sie ist quantifizierbar, anschlussfähig an bestehende Controllinglogiken und bietet konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen. Messbarkeit schafft Akzeptanz im Management.
Erste Strukturen stehen
Beim Blick auf den Vorbereitungsstand zeigen sich deutliche Fortschritte. Rund die Hälfte der befragten Krankenhäuser hat bereits eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Damit erfolgt der Übergang von allgemeiner Sensibilisierung hin zu einer strategischen Einordnung der relevanten Nachhaltigkeitsthemen. Zuständigkeiten werden definiert, Prozesse aufgebaut, Datengrundlagen entstehen. Vieles ist noch im Werden. Doch genau das ist typisch für ein junges Steuerungsthema. Nachhaltigkeit entwickelt sich sichtbar vom Projekt zur Managementaufgabe.
Klarheit schaffen und ins Handeln kommen
Die Umfrage zeigt Bewegung, aber noch keine durchgängige Orientierung. Viele Krankenhäuser haben sich auf den Weg gemacht, erste Analysen durchgeführt und Strukturen angestoßen. Doch ein gemeinsames, klares Zielbild fehlt vielerorts noch. Zwischen regulatorischer Unsicherheit, wirtschaftlichem Druck und strategischem Anspruch entsteht ein Vakuum, in dem Prioritäten immer wieder neu justiert werden.
Genau hier liegt die nächste Aufgabe. Es braucht mehr Klarheit darüber, was konkret zu tun ist, welche Themen wirklich strategisch relevant sind und wie Nachhaltigkeit verbindlich in Steuerung und Finanzierung integriert wird. Nicht als Zusatzprogramm, sondern als Bestandteil unternehmerischer Verantwortung.
Der Wendepunkt ist erreicht. Jetzt entscheidet sich, ob aus ersten Ansätzen ein konsistentes Handlungsprogramm wird. Orientierung schaffen, Prioritäten setzen und konsequent umsetzen. Das wird die zentrale Managementaufgabe der kommenden Jahre sein.
Für Fragen zur Umsetzung in der Software-Lösung steht unser Team des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeit und Klimaschutz gern zur Verfügung.
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